Was macht einen Biss schlecht oder gut?

Edward H. Angle machte in seinem 1900 erschienenen Buch Treatment of Malocclusion of the Teeths auf die vielen Arten von Bissen aufmerksam, die von der Beziehung der Kiefer zueinander abhängen.

Ab Mitte der zwanziger Jahre wurde das wissenschaftliche Leben der Zahnmedizin fast vierzig Jahre lang von Gnathologen bestimmt. Gnathologen haben einen ausgeglichenen Biss vorgeschlagen, um das Problem der Vielfalt der Bisse zu lösen. Der Punkt ist, dass der Kiefer von einem Biss in den anderen bewegt werden kann.

Aber was macht einen Biss gut oder schlecht?

Viele meiner erfolgreichen Behandlungen unterstreichen, wie wichtig es ist, das Thema Bissstörungen aus der Position des Kiefergelenks heraus zu interpretieren. Meiner Meinung nach liegt eine Bissstörung vor, wenn der Kondylus sich im Biss in einer Zwangsstellung befindet.

Es gibt viele Arten von Bissen, da der Kondylus im Biss im Verhältnis zu seiner idealen Stellung weiter oben, unten, vorne oder hinten stehen kann. Obendrein gibt es auch noch zwei Kondylen.

Die Zwangsstellung des Kondylus führt zum Zähnepressen, wenn die Bissform kein Zähneknirschen zulässt. Das Zähnepressen kann das Zahnbett schwer beschädigen und auch Symptome im Allgemeinzustand des Patienten verursachen.

Die häufigste Ursache für erfolglose Zahnbehandlungen ist die Zwangsstellung des Kondylus im Biss.

Wenn der Biss keine Kondyluszwangsstellung hervorruft, wird die Kaumuskulatur reflexartig entspannt und der Kiefer ist in Ruhestellung.

Der richtige Biss ist das Geheimnis für die langfristige Gesundheit des Kauorgans.

Es führt zu einem Paradigmenwechsel in der Zahnmedizin, wenn wir vom unsichtbarem Kondylus ausgehend als Ziel der Zahnbehandlungen das reibungslose Funktionieren der Kaumuskulatur kennzeichnen.